Inkulturation

November

Vor wenigen Wochen tauchte ein Video im Internet auf, das mich seither sehr nachdenklich macht. Während der Amazonas Synode in Rom fand eine Gruppe von Holzdarstellungen einer schwangeren Frau große Beachtung. Sie sind Teil jener indigenen Kultur, in deren Umfeld in der Amazonasregion pastorale Fragen auf der Synode diskutiert wurden. Im Video wurde dokumentiert, wie die Figuren aus einer Kirche entfernt und im Tiber versenkt wurden. Es ist eine bewusste Darstellung von Übergriffigkeit und Gewalt.

Als jemand, die dafür Verantwortung mitträgt, dass neue und durchaus »fremdelnde« Formen der Verkündigung des Evangeliums in der Kirche einen Platz haben, mache ich mir Sorgen, wenn ich diese Bilder sehe. Ich nehme wahr, welchen (zugegeben – nicht ganz so krassen) Dynamiken ungewohnte Formen von Kirche und Gemeinde auch hierzulande ausgeliefert sind. Jugendgemeinden, muttersprachliche Gemeinschaften oder eben kreative, neue Communities quer durch die Gesellschaft müssen immer wieder um ihren Platz in der Kirche streiten.

Als leidenschaftliche Theologin frage ich mich auch, welcher Auftrag darin steckt, hier zu vermitteln. In der Theologie gibt es viel, das hilfreich wäre für anstehende Diskurse. Inkulturation muss auch in deutschen Diözesen und vor Ort zum Thema werden. Eine Suche danach wie das Evangelium in verschiedenen Weisen in der Welt von heute gelebt werden kann.