Zwo, eins, risiko!

Februar

Da war sie wieder: Eine dieser kirchenleitenden Stimmen, die vom Evangelium als »Sicherheit« in einer immer komplexer werdenden Welt spricht. Es geht um einen Bistums Prozess. Einmal mehr eine Umstrukturierung. Notwendigkeiten, Entwicklungen.

So höre ich der Stimme im YouTube Video zu und möchte mit allen Erfahrungen, allem Wissen und aller Intuition meines Theologin, aber auch meines Mensch sein vehement, laut und deutlich widersprechen. Als ob das die Gottes-Erfahrung seit tausenden von Jahren ist: Sicherheit – mit einem irren Versprechen unter einem Sternenhimmel? Überwältigt und staunend vor einem brennenden Dornbusch? Trotzig an der Seite der Schwiegermutter durch dick und dünn?

Aus christlicher Perspektive zumindest ist das Evangelium Risiko schlechthin. Die Nachfolge Jesu – Risiko schlechthin. Missionarische Kirche und christliche Mission – Risiko schlechthin.

Was bedeutet es für eine Perspektive auf die Zukunft hin, wenn Kirchenleitende (weiterhin) den theologisch zweifelhaften Narrativ der Sicherheit – vielleicht auch im Sinne einer Kontrollierbarkeit – bedienen? Sorgen mache ich mir aber noch mehr, in all dem auch eine neu erstarkende Skepsis gegenüber »der immer komplexer werdenden Welt« und den Renaissance-Bau Kirche als Gegenpol dazu wieder zu entdecken: Eine systemisch nachvollziehbare Reaktion. Doch für Erbinnen und Erben des 2. Vatikanischen Konzils eine fatale…