Unverpackt

Januar

Neulich hat in meiner Nachbarschaft ein neuer Laden aufgemacht. Eigentlich ist es kein außergewöhnliches Geschäft, man kann dort viele Dinge für den Alltag kaufen: Mehl, Nudeln, Milch, auch Waschmittel, Zahnbürsten, Kerzen. Das Besondere dabei: Die Produkte sind nicht verpackt. Um sie zu erwerben, werden sie gewogen und in mitgebrachte, wiederverwendbare Schraubgläser oder Blechdosen gefüllt. Ein bisschen wie in den Tante Emma Läden der alten Zeit.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat vor wenigen Wochen ein Dokument über die »Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag« veröffentlicht. Das Engagement ist löblich, doch bis die Handlungorientierung Wirkung entfaltet und Gemeinden, Verbände und Einrichtungen ihr Notwendiges in verpackungsfreien Läden einkaufen werden, wird es noch eine ganze Weile dauern.

Inspirieren lassen kann sich Kirche im übertragenen Sinn aber jetzt schon von dem Laden in der Nachbarschaft: Mit welchen »Verpackungen« macht sie es sich zu leicht oder schadet ihrer Umwelt? Wo geht es ihr gar nur noch um »Kunststoffe«, den Schein und eine leichte Mitnahme? Doch – in einem klafft das Bild auseinander: Ein »wie früher« wird und kann es bei der Kirche nicht geben.